Leitfaden: 7 wichtige Schritte für den Schulstart mit Typ-1-Diabetes – Type One Style
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Alles rund um Diabetes

Leitfaden: 7 wichtige Schritte für den Schulstart mit Typ-1-Diabetes

Veröffentlicht: 04. September 2023, Autor: Charlie Cawsey

Zuletzt aktualisiert: 27. August 2024

Der Schulanfang ist sowohl für Sie als auch für Ihr Kind eine aufregende Zeit. Wenn Ihr Kind jedoch an Typ-1-Diabetes leidet, gibt es mehr zu beachten als nur neue Schuluniformen, Schuhe und Frisuren.

Der Aufbau einer engen Partnerschaft mit der Schule ist unerlässlich, damit Ihr Kind diesen Übergang reibungslos und selbstbewusst meistern kann. Dies ist besonders wichtig, wenn Ihr Kind in die 7. Klasse (oder eine höhere Jahrgangsstufe) wechselt, da es dort deutlich mehr Eigenverantwortung erhält.

Je nach Alter Ihres Kindes und dem Zeitpunkt der Diagnose haben Sie sich vielleicht bereits an einen gewohnten Tagesablauf gewöhnt. Sollte das alles jedoch noch ganz neu für Sie sein, haben wir einige bewährte Tipps zusammengestellt, die Ihnen helfen sollen, dafür zu sorgen, dass Ihr Kind in seinem neuen schulischen Umfeld sicher ist – und sich selbstbewusst und geborgen fühlt.

Seien Sie offen gegenüber der Schule und helfen Sie ihr, die Bedürfnisse Ihres Kindes zu verstehen

1. Informieren Sie die Schule frühzeitig

Teilen Sie der Schule zunächst so früh wie möglich mit, dass Ihr Kind an Typ-1-Diabetes leidet. Idealerweise sollten Sie dies tun, wenn Sie den Schulplatz annehmen oder unmittelbar nach der Diagnose.

2. Vereinbaren Sie ein Treffen mit wichtigen Mitarbeitern der Schule

Vereinbaren Sie vor Beginn des Schulhalbjahres einen Termin mit den Mitarbeitern, die an der Betreuung Ihres Kindes beteiligt sein werden. Dazu sollten gehören:

  • Der neue Klassenlehrer und die neue Klassenassistentin Ihres Kindes.
  • Der Förderspezialist der Schule, falls Ihr Kind sonderpädagogische Förderung erhält.
  • Die auf Diabetes spezialisierte Kinderkrankenschwester (PDSN) Ihres Kindes.
  • Der Schulleiter und der Jahrgangsleiter.
  • Zuständiges Personal für den Außer-Schulzeit-Bereich (z. B. Frühbetreuungsangebot, Nachmittagsbetreuung).
  • Gegebenenfalls ihr Busfahrer oder ihr Begleiter im Zug.

Bei diesem Gespräch sollten der individuelle Gesundheitsplan (IHP) Ihres Kindes, die medizinischen Richtlinien der Schule sowie alle besonderen Bedürfnisse im Zusammenhang mit der Diabetesbehandlung, wie beispielsweise das CGM oder die Insulinpumpe, besprochen werden.

3. Die Abläufe in der Schule verstehen

Machen Sie sich unbedingt mit den Abläufen der Schule vertraut, die der Unterstützung Ihres Kindes dienen:

  • Richtlinie zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen: Vergewissern Sie sich, dass die Schule über Richtlinien verfügt, in denen dargelegt ist, wie sie sich um Ihr Kind kümmern und es vollständig in das Schulleben einbinden wird.
  • Individueller Gesundheitsplan (IHP): Stellen Sie sicher, dass der IHP Ihres Kindes auf dem neuesten Stand ist und jährlich überprüft wird.
  • Mindestens zwei Mitarbeiter sollten in der Diabetesversorgung umfassend geschult sein.
  • Einigen Sie sich auf einen zentralen Ansprechpartner innerhalb der Schule, über den alle wichtigen Informationen weitergeleitet werden, und legen Sie fest, wie dieser am besten zu erreichen ist.
  • Notfallkontakte: Geben Sie der Schule einen Notfallkontakt sowie einen Ersatzkontakt für den Fall an, dass Sie nicht erreichbar sind.

Unterstützen Sie die Schule und zeigen Sie Eigeninitiative

Die wichtigste und wirksamste Art, Ihr Kind zu unterstützen, besteht darin, für einen regelmäßigen und konstruktiven Austausch mit der Schule und dem Diabetes-Team an der Schule zu sorgen.

Klären und vereinbaren Sie, welche Personen innerhalb der Schule eine Schulung erhalten sollen, wer diese durchführen wird (möglicherweise ist Ihr PDSN dafür am besten geeignet) und wann, sowie welche Schulungen erforderlich sind. Beginnen Sie mit den Grundlagen:

Erklären Sie deutlich, was Ihr Kind braucht und warum das so wichtig ist

  • Wie Insulin wirkt.
  • Hypoglykämische und hyperglykämische Episoden und wie man sie behandelt.
  • So messen Sie den Blutzucker eines Kindes.
  • Was ist ein CGM? Wie funktioniert ein CGM? (falls relevant)
  • Was ist eine Insulinpumpe? Wie funktioniert sie? (falls relevant)
  • Inwiefern der Zugriff auf das Mobiltelefon des Kindes für dessen Betreuung unerlässlich sein kann
  • Wie Ihr Kind konkret auf bestimmte Dinge und bestimmte Lebensmittel reagiert. Diabetes ist bei jedem Menschen anders!
  • Dinge, auf die man achten sollte, wie übermäßiger Durst und häufige Toilettengänge.

Möglicherweise müssen Sie von Anfang an auch bestimmte wichtige Aspekte erläutern, die für die Betreuung Ihres Kindes unerlässlich sind, damit es versteht, wann und wie diese stattfinden werden. Dazu könnten gehören:

Die Freiheit, das Handy während des gesamten Schultages zu nutzen – Ihr Kind benötigt sein Handy, um wichtige Daten zu empfangen, beispielsweise wenn es Dexcom G6, Dexcom One, Dexcom G7 oder sogar Freestyle Libre verwendet.

  • Die Freiheit, im Unterricht zu essen und zu trinken – was die Kinder möglicherweise essen müssen und wann.
  • Die Freiheit, den Unterricht aus medizinischen Gründen zu verlassen – vielleicht können Sie eine Toilettenerlaubnis aushandeln, die sehr nützlich sein wird, da Ihr Kind nun von viel mehr Mitarbeitern und/oder Vertretungslehrern betreut wird.
  • Die Freiheit, Messwerte und Testergebnisse zu überprüfen – Einigung darüber, wo dies möglich ist.
  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsspanne, Geschwindigkeit der Gedächtnisverarbeitung – da diese möglicherweise beeinträchtigt sind, benötigt Ihr Kind möglicherweise zusätzliche Unterstützung.

Ein Elternteil hat uns berichtet, dass sein Kind Karten im Ampelsystem bei sich trägt, die es ganz unkompliziert auf dem Schreibtisch auslegen kann:

Gelb: „Ich habe eine Unterzuckerung und bekomme das selbst in den Griff. Bitte lass mich das einfach durchziehen.“

Red: „Ich habe eine schwere Unterzuckerung. Bitte bleib bei mir, während ich das in den Griff bekomme.“

Machen Sie auch Lehrern, die kein Verständnis für den Umgang mit Diabetes haben, klar, dass dies für Ihr Kind tatsächlich eine Belastung darstellt, damit sie unüberlegte Äußerungen vermeiden, die sich negativ auswirken könnten.

Unterstützen Sie Ihr Kind aktiv dabei, sich sozial zu integrieren

Möglicherweise fühlt sich Ihr Kind aufgrund seines Diabetes „anders“. Besprechen Sie gemeinsam mit ihm, wie offen es gegenüber seinen Klassenkameraden sein möchte. Manche Kinder möchten ihre Erkrankung vielleicht für sich behalten, während andere offener damit umgehen. Erwägen Sie den Einsatz von dekorativen Aufklebern oder Stickern für das CGM, um das Selbstbewusstsein Ihres Kindes zu stärken.

Bereiten Sie sich auf mögliche Herausforderungen wie Hänseleien oder Mobbing vor und entwickeln Sie eine Strategie, um mit solchen Problemen umzugehen. Arbeiten Sie mit der Schule und dem Diabetes-Betreuungsteam Ihres Kindes zusammen, um Ihr Kind im sozialen Umfeld zu unterstützen. 

Prüfen Sie, ob es diabetesfreundliche Mittagsgerichte gibt

Wenn Ihr Kind ein Lunchpaket mitnimmt, können Sie ihm dabei helfen, sicherzustellen, dass die Mahlzeit seinen Diabetes-Zielen entspricht:

  • Plant gemeinsam ausgewogene Mahlzeitenund achten Sie dabei auf angemessene Portionsgrößen und die Kohlenhydratberechnung.
  • Verwenden Sie einen Ernährungsplan oder die „Diabetes-Teller-Methode“, , um Ihrem Kind beizubringen, wie es sein Mittagessen sinnvoll portioniert.
  • Diabetes UK bietet umfangreiche Informationen zu diesem Thema.

Bereiten Sie ausreichend Diabetes-Zubehör für die Schule vor

Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind in der Schule Zugang zu allen notwendigen Diabetes-Hilfsmitteln hat:

  • Reservevorräte: Bewahren Sie eine Tasche oder einen Karton mit Ersatzmaterial an einem sicheren Ort auf, der dem Schulpersonal bekannt ist.
  • Low Box: Halten Sie einen Vorrat an schnell wirksamen Kohlenhydraten (z. B. Fruchtsaft, Gummibärchen, Glukosetabletten) zur Behandlung von Unterzucker bereit.

Stellen Sie außerdem sicher, dass Ihr Kind zusätzliche CGM-Pflaster dabei hat, damit das Gerät bei schulischen Aktivitäten sicher befestigt bleibt.

Schlussbetrachtung

Dies sind nur einige wichtige Tipps, die Ihnen und Ihrem Kind helfen sollen, das neue Schuljahr selbstbewusst zu meistern. Für weitere Inhalte und Produktneuheiten folgen Sie uns auf Instagram oder TikTok unter @typeonestyle. Wenn Sie mit anderen Eltern in Kontakt treten möchten, deren Kinder mit Typ-1-Diabetes in die Schule kommen, wenden Sie sich bitte über unser Kontaktformular an uns – wir werden unser Bestes tun, um Sie miteinander in Verbindung zu bringen.

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